abhängen von claudia dronten

18.05.10, 10:17:33 by ELsa-Rieger

grad eben wieder
fühl ich mich
beschissen und
so gottverdammt allein.
und will zugleich alleine sein.

will nichts mehr hörn,
möcht nicht beschwörn,
ich wüsste, was ich tu.
sehn mich nach ruh
und nach distanz -
doch nicht so ganz.

sonst täte es
wohl nicht so weh?
oder versteh
ich nur nicht recht,
wie man das kann, darf, soll und macht -
das mit der nähe? der verdacht
schleicht sich sacht ein:

fürcht allein mich
ganz inniglich,
weil da was brüllt,
das mich erfüllt.
schon viel zu lang!
weshalb ich bang

versuche laut zu übertönen
das eigne dröhnen,
wenn stille klagt
und fragt tief bohrend
bei mir an. und dann?:

bemüh ich mich
in menschenmengen
so beim sich-drängen
mich von mir selber

abzuhängen.

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ein süßer schmerz von Petros

16.01.10, 11:07:05 by ELsa-Rieger

ein süßer schmerz
ganz tief - das herz
und zwischen den lenden
in lust mich verschwenden
dein tun mein halten
die hände falten
die freiheit des bandes
das fühlen der hand es
ist unser spiel
sag nichts ...
MACH ...
viel

(c) Petros http://blogpoesie.com

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Eine Dame werd ich nie

20.12.09, 21:17:43 by ELsa-Rieger



Bei mir war immer was zerschlissen
ich weiß nicht, wie es kommen is
ich hab mich hing'setzt, is was g'rissen,
der Blick von Mama, mir war mies.
A recht a patscherts Kind war i,
nein, eine Dame wirst du nie.

Die Pubertät kam auf mich zu,
sie kam mit voller Macht.
Mit Lippenstift und Stöckelschuh
trat ich daneben, da hat's kracht.
Der Lippenstift war auch verschmiert,
die andern ham mi dann sekkiert,
ham g'lacht und dann gehäkertl mi:
Na, na, a Dame wird die nie!

Na gut, hab i ma weiter denkt,
vielleicht schaff ich's mit Flower power.
Hab nur mit Fetzen mich behängt,
die war'n dann a hin und ich sauer.
Dann hab i kifft, mir wurde schlecht,
beim Saufen hab ich g'spieben,
ich fand, das war sehr ungerecht,
viel Laster san mir nicht geblieben.
Na, für a Dame musst noch üben.

Jetzt bin ich in den mittlern Jahren,
viel Sachen hab i schon erlebt,
Schöne und Schlechte darunter waren,
wie halt das Schicksal das Leben webt.
A bissl schlampert, a bissl schleißig,
a bissl schmerzlich, a bissl gut,
das Leben und ich arbeiten fleißig.
Mit 'Dame sein' hab i nix mehr am Hut.

I mach meine Sache, so gut ich's halt kann,
auch patscherte Menschen muss geben,
nur manchmal denk i mir dann und wann:
ab und zu hätt ich's gern eben.
Spaziere durch viele Höhen und Keller,
hab's oft so schwer, im Vergleich.
Mein Leben ist anders als andre, viel greller.
Es ist ganz schön heavy, dafür aber reich!

Aja! I werd ka Dame, des sag i eich gleich!

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Vom Altern

31.10.09, 21:54:27 by ELsa-Rieger


Da kannst dich noch so aufbrezeln. Mit Chanel (wie die Marylin seinerzeit) und helfen tut's doch nix.

Als Frau wirst nimmer erkannt. Geschlechtslos, auch wenn die Lippen rot angemalt sind. Dabei ... dabei bist innen drin siebzehn, vielleicht achtzehn, höchstens zwanzig. Nur bemerkt's keiner mehr. Gesehen wird die ältere Dame. Das Grausen könnt einem ja kommen. In einem Topf mit älteren Damen? Ich? Das geht doch nicht! Ich denke, fühle, liebe wie eine junge. Und dann ...
Dann krallt sich eine Skelettklaue um den Hals.

Die Zeit wird knapp
das Grab ruft schon
du wirst a schöne Leich'


singt's mir in den Herzgrund hinein. Auf einmal ist es gleichgültig, dass die bestrickende Schönheit vergangen ist. Der Mensch ist immerhin hier und hat vielleicht noch ein bisserl Zeit.

by ELsa

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Chanson In 'tiefer' Liebe

24.10.09, 20:54:25 by ELsa-Rieger


Tiefer lässt es sich gar nicht fallen,
als aus den Wolken der Träume vom Glück.
Auf den Asphalt der Klarheit zu prallen
bedeutet zerbrechen, was einst war ein Stück.

Refrain:
Tief, tiefer, am tiefsten fällt der Mensch aus dem Liebestraum,
doch trifft es immer den einen, der andere merkt es kaum.

Die Scherben schmerzen und schneiden,
das, was du liebtest, steht fremd neben dir,
den Blick in jetzt kühle Augen vermeiden,
bringt dich zu Fall wie ein wundes Tier.

Der einst glühende Liebesbetörer
bleibt stumm, blind abgewandt,
trifft dich tief, ist nur mehr Zerstörer,
all dein Träumen verschwand.

Refrain:
Tief, tiefer, am tiefsten fällt der Mensch aus dem Liebestraum,
doch trifft es immer den einen, der andere merkt es kaum.

Bist gelandet am Grunde der Tiefe,
rién ne vas plus, nichts geht mehr ...
lachst schrill: wenn ich ihn riefe,
käme er niemals hierher -

Rappelst dich auf, trocknest die Tränen,
kletterst mit zitternden Gliedern empor.
Er ist gegangen und mit ihm dein Sehnen,
du schließt hinter dieser Liebe das Tor.

Refrain:
Tief, tiefer, am tiefsten fällt der Mensch aus dem Liebestraum,
doch trifft es immer den einen, der andere merkt es kaum.

by ELsa
Vertonung: Fabian Tietz (vocal)

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