Arbogasts Heimkehr von Ritch Funke
13.11.11, 11:02:05 by ELsa-RiegerMutter!, rief Svenje zur Tür herein,
sein Heer schlug sich wacker - so soll es sein!
ich stand am Dorfplatz, vernahm das Wort,
der Vater war siegreich in Aarhus' Hort.
Lindbrun, die Mutter, trat vor das Haus.
Man sah ihn schon fern von Ringsdorf aus.
Wann wird er kommen, der große Held?
Er ritt wie der Wind, als kost' es die Welt.
Schick deinen Bruder, den Kjeld, ihm entgegen
Er soll dem Vater die Wunden pflegen.
Den Kjeld, den Stummen? Ach Mutter, bitte!
Wär' es nicht besser, wenn ich zu ihm ritte?
Kjeld schnürte die Stiefel, sie waren zu groß
Doch es fehlten zur Kappe zwei Finger bloß
Heut wurd' er zum Manne und war ohne Rast
Er war der Jüngste des Kriegers Arbogast.
Lindbrun winkte zum Abschied dem Kleinen
Von weitem noch sah er die Mutter weinen.
Er trieb sein Ross und schaute nach Norden
Bald war auch er Teil Arbogasts Horden.
Die Nacht brach herein und schwärzte den Pfad
Nichts schien mehr gleich - weder Ähren noch Saat
Der Wald verschluckte den Reiter bald
Doch Arbogast eilte ohne Furcht und Halt.
Anders sein Sohn, der von Bäumen umringt
Alsbald kein fröhlich Lied mehr des Mutes singt
Vater, ach Vater, wärest Du hier.
Dachte Kjeld stumm - dann hülfest du mir.
Arbogast stutzte, vernahm einen Laut
Im Unterholz war eine dunkle Gestalt aufgebaut.
Sein Ross war riesig und versperrte die Sicht
Stand mächtig gebäumt vor des Mondes Licht.
Tretet zur Seite, sonst zieh ich mein Schwert!
Heim, Frau und Kinder sind es mir wert.
Sprich, wer seid ihr, oder eilet baldigst hinfort
Sonst streckt euch mein Stahl an diesem schwarzen Ort.
Der Fremde blieb dennoch im Wege stehen
Arbogast dachte, eine Klinge zu sehen
Der Held stob hervor, die Rechte gereckt
Ein Streich - dann war der Gegner gestreckt.
Doch abends am Feuer besann er sich
vieles stimmte ihn nachdenklich
Lindbrun reichte ihm Speise und Trank
Während draußen der Sturm mit dem Regen rang.
Doch sagt, Manne, sagt mir, ich könnt hoffen
Habt ihr nicht Kjeld, unsern Jüngsten, getroffen?
Er wollt euch voll Stolz entgegeneilen
Um eure Kampfeswunden zu heilen.
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